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Tot und Aufstieg

Damals kam der Punkt an dem Ich den halt verlor, ich stand in der Schwebe zwischen Wahn und Trauer

denn wenn ein geliebter Mensch in Flammen aufgeht, verbrennt auch immer ein Teil von einem Selbst, als mein Vater brannte wehte der Wind nicht nur die Seele meines Vaters davon, sondern er nahm auch ein Teil meines Geistes mit nur damit mich die Pflicht meines Blutes einholte, und mein altes Leben schlagartig beendete…….

Seit ich von zu Hause weggerannt bin, sind einige Tage vergangen. Wir warteten die Zeit die Abnoba von uns verlangte, bevor wir meinen Vater den Göttern übergaben. Auch mussten wir Kunde ausschicken damit die Fursten der Stämme und die Stammesväter davon wussten, dass der alte Kunig diese Welt verlassen hat.

Am Abend des Begräbnisses kehrten die Krieger, Priester, Fursten und Weiber des Volkes ein um Ihren Herrn auf die letzte Reise zu begleiten. Mit einem Trommelschlag setzte sich die Prozession um Huc in Gange. Ich führte mit einer Fackel den Zug an, mir folgte mein Stiefbruder und meine Stiefmutter, die nun zur Witwe geworden war. Danach trugen vier Krieger der Ward den Kunig auf einer Bare. Sie trugen ihre Kampfgewandung und trugen ihre Schwerter offen zur Schau. Der Kunig lag, zum Schlaf in einem weißen Gewand und hielt eines seiner Schwerter in der Hand.

Dann folgten die Priester und gaben dem Gesang der Menschenschlange den Ton vor. Diese Nacht fuhr einer unserer Kunige zu den Göttern. Die Weiber, Bauern und Krieger wurden von den Angereisten Fursten angeführt. Der Trauer Gesang halte durch die Luft. Als wir am Huc angekommen sind, teilte sich die Menge. Der Kunig wurde auf den Scheiterhaufen auf dem Huc niedergelegt, damit wir meinen Vater zurückgeben konnten.

Die große Menge fing an ihre Runden um den Huc zu laufen. Dreizehn runden sollte ich die Menge herumführen. Die Warden stellten sich währenddessen um den Scheiterhaufen auf und knieten nieder.

Mein Stiefbruder und Ich liefen nun selbst auf den Huc nachdem alle Dreizehn runden gelaufen und beklagt waren. Die Anwesende Menge verstummte, teilweise knieten sie nieder teilweise regten sie ihre Schwerter zur Unterstützung ihres Herrn. Neben dem Scheiterhaufen positionierten wir uns links und rechts und hielten unsere Fackeln bereit. Man sollte meinen das ich noch Tränen übrig haben sollte bei solch einem Moment, doch sie waren getrocknet, und versiegt.

Ich stand bereit und hörte das Gemurmel der Priester. „Abnoba gibt unserem Volk das Leben, und Abnoba nimmt es wieder. Aus dem Wald kommen wir und kehren zu ihm Zurück. Aus der Erde kommen wir, und kehren zurück. Wir alle sind Asche und Staub und wir werden zu Asche und Staub. Das Feuer lodert in Uns, und zum Schluss auf uns. Abnoba, vergib die Sünden deines Sohnes und nimm Ihn auf zu den glorreichen Ahnen unseres Volkes. Auf das wir alle eines Tages an seiner Seite in deinen Hallen Speisen werden.“ Damit beendete der Älteste seine Priesterliche rede. Er ging auf den Leichnam zu und legte, ihm eine kleine Münze auf die Brust, dann nickte er mir und meinem Stiefbruder zu. Wir warfen unsere Fackeln auf den Scheiterhaufen und sahen wie unser Herr in Flammen aufging.

Nun füllte der letzte Gesang für die Totenwacht die Luft.

Gelobt seist du Abnoba, lehre mich dein Wissen.

Der Chor des Heiligen Volkes hat die Quelle des Lebens und die Tür zu dir gefunden.
Durch dich auf dem Weg, um die Reue finden, bin ich ein Schaf, das verloren wurde. Ich rufe dich o Abnoba um mich zu retten.

Gelobt seist du Abnoba, lehre mich dein Wissen.

Du, die mich von alter Art und Weise lehrt, aus dem Nichts, und mit Ihrem Göttlichen Bild mich Rettet, mich zurück holst, von wo ich genommen wurde.

Führe mich zurück in diese Alten Gefilde deiner Schönheit.

Gelobt seist du Abnoba, lehre mich dein Wissen.

Ich bin das abbild deiner unaussprechliche Herrlichkeit, obwohl ich die Narben meines Stolberns trage.

Hab Mitleid mit mir, ein Werk deiner Hände, o Abnoba, und reinige mich durch deine liebende Güte. Und die Heimat, der Wunsch meines Herzens, schenke mir die Güte dorthin zurückzukehren.

Gelobt seist du Abnoba, lehre mich dein Wissen.

Gib mir Ruhe, o Abnoba, Mach meinen Geist zu deinem Knecht und bestimme, für mich einen Platz in deinen Hallen,

Wir der Chor des Heiligen Volkes, o Abnoba, leuchten im Licht der Sterne.

Deine Diener geben ihre Strafen zu, dir zu Ehren.

Ehre sei Abnoba, den Ahnen und Ihren Söhnen.

Lass uns weinen, Abnoba. Damit dein Lichterglanz auf uns scheint, die mit dem Glauben beten dich an, und rette uns aus dem Feuer der Erde, Jetzt und in der Ewigkeit.
Heil dir, Du holde Dame, die im Fleisch das Heil aller trägt und durch uns Erlösung gefunden hat.
Durch Dich und von dir, kehren wir zurück zu dir, Ehre sei dir Abnoba.“

Das Lied der Wacht war vergangen, das Volk nach Hause gekehrt. Das Feuer war heruntergebrannt und am Horizont erhob sich im gleißenden Rot Són. Die Warden und ich saßen verteilt auf dem Huc, in der Kälte, nur das Totenfeuer und die Mäntel, die wir trugen, wärmten uns.

Ich erhob mich, als die drei Priester auf den Huc kahmen, um die Überreste des Toten aus dem Feuer zu holen. Sie summten dabei. Es brauchte seine Zeit, aber Sie waren äußerst gründlich dabei. Die Überreste des Toten wurden in eine Holzkiste gegeben, und als sie fertig waren, wurde diese versiegelt. Ich nahm eine Fackel und führte die Priester in den Huc hinein. Die Warden begleiteten uns, so wie es ihre Pflicht war.

Seitlich am Huc gab es einen kleinen Eingang, der mit einer Holztüre versiegelt war. Durch diesen kehrten wir unter die Erde, hinein in das Heiligtum der Toten. Ich leuchtete den Ort aus. Die Kammer des Hucs war kreisrund, so wie der Huc selbst. In jeder Nische des Hucs, stand auf einem Sockel, eine Kiste die einen Fursten beinhaltete. Wir anderen wurde alle draußen auf den Feldern begraben.

Auf einem der beiden letzten Erhebungen legten wir die Kiste mit unserem Herrn nieder, wir schweigen noch etwas, so wie es angebracht war, dann Verliesen wir den Huc und schlossen hinter uns die Tür in das Totenreich.

Das Begräbnis war vorbei die Tränen getrocknet. So kehrten wir nach Hause. Auf dem Weg zurück in den Ort, gesellte sich Artur zu mir. „Wir müssen mit den Vorbereitungen beginnen Markward“, ich sah ihn fragend an „Welche Vorbereitungen?“

Artur verlangsamte seine Schritte etwas um die anderen, die Heim liefen, etwas Abstand gewinnen zu lassen. Gleichzeitig ergab sich ein wunderschönes Bild meiner Heimat, als wir das Tal hinab gingen. Denn der Nebel sammelte sich zwischen den Bäumen und Bergen und die Sonne ging am Horizont auf. „Markward, es ist deine Pflicht das Erbe deines Vaters entgegen zunehmen“ sprach Artur zu mir, „Wir alle können nämlich nicht verantworten, dass diese Ehre deinem Bruder zu teil wird, also müssen wir handeln“.

Ich sah in fragend an. Ich hatte bisher nicht darüber nachgedacht, was nun mit unserem Volk passierte, wer den Platz den Kunigs einnehmen würde. Und da ich nur kurz nachgedacht hatte, fragte ich etwas vorsichtig „Wieso?“ Artur urteilte nicht darüber, ob ich mich bisher mit unserer Politik und Strukturen beschäftigt hatte oder nicht. Ihm war, egal ob ich das Große und Ganze durchschaute. Und genau deshalb konnte ich hier meine Schwäche zugeben. Was ich mit meiner etwas kargen Frage definitiv tat.

„Wir müssen einen Krieg unter uns verhindern Markward. Es ist so, dein Vater, Kunig der Markomannen hatte, deine Mutter gekaufd* weshalb unsere beiden Völker, alle Mannen des Waldes und die Markomannen geeint sind. Nun ist, dein Vater aber tot, und es herrscht das Problem. Dein Stiefbruder ist Markomanne, und die Fursten der Markomannen würden gerne ihr eigenes Volk an der Spitze sehen, alle Mannen des Waldvolkes hingegen möchten, dass der nächste Herr einer der Ihren ist, von Abnoba gewählt. Für unsereins waren es Jahre der Fremdherrschaft.“ Artur lies die Worte etwas wirken. Und ja sie machten Sinn, Ich war hier aufgewachsen, gehörte zum Wald und zu den Bräuchen, die wir hegten, mein Stiefbruder hingegen war ein Markomanne und wahrscheinlich kein guter Anführer. Strebte der kleine Wicht doch nach deutlich anderen Sachen.

Artur erklärte weiter „Zudem brauchen wir einen starken Anführer, im Osten strömen immer öfters die Menschen in unser Gebiet, im Norden haben sich die Chatti formiert, auch wenn sie nach Nordosten expandieren, und im Westen und Süden dominieren die Römer unsere Grenzen. Außerdem hat dein Vater ziemlich viel schleifen lassen, es ziehen Banden durch die Länder und mancher Furst müsste mal wieder an seinen Blutschwur erinnert werden.“ Auch diese Worte klangen für mich, mehr als einleuchteten, auch wenn ich noch nicht ganz verstand, was das im ganzen bedeutete.

„Und zuguterletzt Markward, sag ich dir, wird jener Kunig dem die meisten Fursten folgen so einfach ist das. Alle Mannen des Waldvolks werden dem Folgen den Abnoba bei der Zeremonie am ersten Winnemond erwählt, die Markomannen hingegen werden beim Ding im Heuerd entscheiden, wem sie folgen.“Damit beendete Artur seine Ausführungen und blieb stehen. Noch in Gedanken, lief ich zwei schritte weiter und sah in dann fragend an.

„Und Markward, wir dürfen diese Entscheidung nicht nur in die Hände von Abnoba und dem Schicksal, oder den Ahnen legen, sondern wir müssen aktiv eingreifen.“

…..Jede Runde um den Huc sollte von damals bis Heute jeder meiner Feinde, durch meine klinge, spüren. Denn ich hörte das Lied für die Toten nicht zum letzten mal. So begann nun damals also mein Schicksal, der Verrat und der Verkauf meiner Seele an höhere Mächte

 

Abb. 1: CC0 by PublicDomainPictures from pixabay.com

Abb. 2: CC0 by jarabi from pixabay.com

Abb. 3: CC0 by Alexis from pixabay.com

Lied: Orginal Blessed are You O Lord from YouTube.com

* hier in form von geheiratet