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Bauernkönig

Ich war verändert, alles war damals so neu, so mächtig. Ich wollte die Zeit anhalten, ewig Herrschen und ausbessern was meine Vorgänger Zerstört hatten.

Dieses Gefühl, wenn man für einen Moment die Welt vergisst, sich von der Fröhlichkeit, der Unbeschwertheit der Menge anstecken lässt. Die Welt, Welt sein lässt und sich Festlichkeiten hingibt. Man selbst sich über allem befindet. Diesen Moment, das Gefühl sollte man sich tief behalten denn wann können wir alle noch mal so unbeschwert sein.

So war es damals bei diesem historischen Moment. Zwei Reiche vereint unter einem Herrscher. Es war die Basis für mein Schicksal. Es würde auch mein Ende sein. Es würde zerbrechen aber das wusste ich damals noch nicht deshalb gab ich mich dem allen hin…….

Es waren nun zwei Monate vergangen, seit dem ich erwählt wurde.

Ich war Herr des Waldes, erbe meines Vaters, Sippenoberhaupt und somit Kunig des Waldvolkes und dennoch bedeuten die Titel nicht das man in Steinerden Palästen saß und sich den Tag mit feiner Kost und Wein versüßte, so wie es ein römischer Herrscher tat. Ich war ein Kunig von Bauern, der größte unter den ihren und so standen Pflichten und Arbeit an, mehr als Privilegien und Ehre. Ich musste den Selihof verwalten, meine Schafe und Rindviecher Versogen. Nach meinen Feldern sehen. Es gab Reparaturen an Gebäuden, außerdem musste ich Abnoba huldigen, Streitigkeiten Schlichten und eine Siedlung verwalten und mit meinen Männern im Kampftraining bleiben. Eben alles, was von einem Kunig erwartet wurde.

Und dennoch Ich war noch nicht der Kunig, der ich sein sollte, den ich war kein Kunig der Markomanni, und Abnoba hatte mich erwählt um unsere Völker zu einen, das war mir klar. Ich musste Kunig Ala Mannen werden, so war es mir vorher bestimmt. Doch die Markomanni huldigten nicht Abnoba und folgten somit auch nicht einfach einem Auserwählten, nein Kunig der Markomanni war jener, dem die Fursten und Heerkunige die Treue schworen. Es sollte also der Ding der Markomanni zusammenkommen, um einen neuen Kunig zu erwählen, zu bestimmen.

Ich hatte dafür ein besonderes Fest im Haierd gewählt an dem sowohl der Ding der Markomanni und des Waldvolks zusammenkommen sollten. Es war unser Haie- und Schäferfest, das für unser Volk der höchsten Bedeutung beigemessen wurde und für mich somit Ideal war, um zum Kunig Ala Mannen zu werden. Traditionell wurde das Fest am Sundag abgehalten, was mir aber bei Weitem nicht genügte, so sollte es also der Laugadag und der Sundag sein. Bereits am Freidag war die ganze Siedlung dabei sich auf ihre Gäste und die Feierlichkeiten vorzubereiten.

Ich ließ die Wachen verdoppeln außerdem wollten die Schafe geschoren werden und man musste Haia. Das heißt, es gab alle Hände voll zu tun. Es wurden bereits Markstände aufgebaut, Tische und Fackeln auf der Wiese vor dem Selihof angebracht, und die Lehmziegelmauer der Seliburg mit neuem Kalk angestrichen. Weiße und Rote, oder Weiße und schwarze Lederstreifen oder auch Wollbändel wurden zu Festbändeln geflochten, um Häuser, Palisaden und Trachten und Gewandungen zu dekorieren. Met und Brot wurde beschafft und am Sundag sollte es Lamm in hülle und fülle geben. Ein Fest, das lange in Erinnerung bleiben sollte.

Als dann der Morgen des Laugendags anbrach und die Strahlen des Morgens uns in unseren Häusern wach küsste, liesen andeuten was für ein Tag das heute werden würde.

Die Siedlung war gesäubert und gerichtet, die Sonne erhellte die Gassen und Wege. Bunt flatterten Festbändel und Fahnen. Wappen der beheimateten Sippen und Häuser wehten, über deren Vierteln die sich langsam mit den angereisten Gästen füllten. Es war ein Sehen und gesehen werden, Marktstände standen und es wurde gefeilscht und gehandelt. Getrunken und gefeiert, gespeist und gesprochen. Gelacht und getanzt.

Und was es da alles gab, Tränke und Tinkturen, Stoffe, Tücher und Felle, Hühner, Schafe und anderes Vieh, Werkzeuge, Schwerter und Schilde. Welche Farbenpracht und Gerüche sich da breitmachte. Die Handwerker stellten Ihr können zur schau, starke Männer wurden im Ring gefordert, Geschichtenerzähler begeisterten Jung und Alt. Wunden wurden behandelt, und die Goden blickten in die Zukunft oder legten ein gutes Word bei Abnoba ein. Musik hallte durch die Siedlung. Und über all dem thronte die Seliburg, in strahlendem Weiß, so wie ich es gewollt hatte, und an Toren und wichtigen Stellen hingen bereits Schwarz-Rote Banner hinab, sie sollten bereits die Vereinigung beider Stämme symbolisieren und zugleich waren es meine Sippenfarben, womit ich also ein klares Signal an meine Gäste sendete.

Als der Mittag hereinbrach, sollte ich den Ding eröffnen. Mit meinem Gefolge des Wolfsrudels bahnte ich mir einen Weg zur Seliburg. Nicht nur das die Siedlung aus allen Nähten platzte, nein auch hinauf zur Burg drängten sich die Leute, die entweder einfach so mitbekommen wollten, was dort oben entschieden wurde oder tatsächlich Ihre Streitigkeiten vor den Ding tragen wollten. Denn dieser Ding war anders, es traf sich der oberste Ding des Waldvolkes und der Markomanni zum ersten mal. Zum ersten mal vereint als geeinter Ding weshalb sollten, ja mussten spezielle Regeln gelten und der Ablauf strikt geplant werden.

Geplant war das ich als Gastgeber, den Ding eröffnen, ihm aber dann nicht weiter beiwohnen werde. Ein Kleines entgegenkommen an die Markomanni. Am Laugendag sollten die üblichen Themen vor den Ding treten, Streitigkeiten und Entscheidungen, die eben so anfielen. Am Sunndag dann sollten sich die Markomanni entscheiden, ob sie mir die Treue schwören, unsere Völker vereinten oder unsere Völker in einen Krieg stürzten. Keine leichte Entscheidung das war klar, zudem unser Ding sich von dem der Markomanni erwiesener Maßen unterschied. Waren es bei uns doch hauptsächlich Veteranen und Sippenoberhäupter so waren es bei den Markomanni die Fursten, Hauptmänner und die drei Herrkunige. In der großen Halle fand letztendlich der Ding statt, mein Wolfsrudel musste draußen bleiben, da Waffen bei einem Ding nicht gestattet waren. Die Halle war bereits voll und scheinbar hatten sich von ganz alleine drei Lager gebildet, die sich anhand ihrer Sitzposition deutlich unterschieden.

An der rechten Wand stand der Ding des Waldvolkes, hauptsächlich ältere Veteranen die schweigend und diszipliniert warteten bis der Ding eröffnet war. Linker Hand ein grölender und wild diskutierender Markomannenhaufen, die sich allesamt in teure Trachten geworfen hatten und ihren Reichtum in Form von Schmuck präsentierten. Dann gab es noch ein kleines Markomannengrüppchen in der Mitte, die sich zwar mit ihrer Gewandung an die anderen angepasst hatten, aber schwiegen und mürrisch dreinblickten. Und ganz vorne saß auch der Grund dafür, Baromar Herrkunig des Südens, er war mein Widersacher. Er wollte nicht nur Herrkunig des Südens sein, sondern Kunig der Markomannen. Er wollte nichts von einer Vereinigung unserer Völker wissen, und sicher auch nichts davon jemand Weiteres aus meiner Sippe auf seinem Thron zu wissen. Nein sein Motto war ein Markomanne den Markomannen.

Ich hatte mich einfach aber Edel gewandet, Schwarz und Rot dominierte mein Auftreten. Ich trug meine Maske, die mich als Herr des Waldes auswies und somit als Herrscher. Lange hatte ich meinen Auftritt vorbereitet und es zeichnete sich aus, denn ich füllte diese Halle aus. Schweigen trat an die Stelle von Geschwätz, und die Blicke ruhten auf mir. Ich lies mir Zeit und schreitete aufrecht vor die Menge.

Ich stellte mich auf ein kleines Podest, sodass mich alle sehen konnten. Ich war kein Redner, aber es war notwendig.

„BRÜDER“ ich blickte in die Menge, während mein lauter Ausruf hier verhallte. „WIR versammeln uns hier als ein Volk…………….als ein Stamm.“ Ich machte eine kurze Pause „Lasst uns den Frieden weiterführen, den unsere Ahnen uns brachten, lasst uns unsere Grenzen sichern, für die unsere Ahnen starben.“ Erneut fixierte ich bei einem Rundumblick die Menge. „Denn nur vereint können wir uns den Gefahren stellen…..Hunger……Chatten Föderation……Diebe…….Einwanderung im Osten…….umzingelt von der römischen Hure.“ Einen kurzen Moment lies ich die Aufzählung einwirken.

„Lasst unsere Feinde wissen dass wir nicht länger Schlafen, Sondern weckt die Mächte in uns erneut.“ Ich sah das Funkeln in den Augen der Männer vor mir. „Bei den Göttern, der Zusammenhalt ist unsere Stärke, eint uns und das Blut unserer Feinde wird in Strömen fließen.“ Meine stimme liesen die Worte zuspitzen.

„Für das LAND, FÜR DIE AHNEN, FÜR DIE GÖTTER,…………… FÜR UNS BRÜDER“

Meine letzten Worte brüllte ich voller Überzeugung und Wahn in die Menge, und sie ergriff erst ein paar, dann hallte das Gebrüll in der ganzen Halle wieder. Die Menge lebte. Das war der Beginn, das war das Erwachen einer Bestie, die nicht erneut einschlafen wollte. Ich wusste es, Sie wollten es, alle wollten es. Ich verließ unter rufen mein Podest und marschierte zum Ausgang, ab jetzt lag es in den Händen des Dings.

Und am Sundich sollte es so weit sein. Der Ding tagte zwar noch den halben Vormittag, doch letztendlich hatten sie sich entschieden. Sie wussten wer Kunig werden würde. Sie wussten, wer sie leiten sollte. Die Festlichkeiten erreichten draußen ihren Höhepunkt, während der Ding noch in der Seliburg zugange war. Wer jetzt noch nicht angereist war, würde nicht mehr kommen. Heute gab es hier und dort die erdenklich besten Leckereien des Reiches. Lamm in hülle und fülle. Und auf dem Markt drängten sich die Leute.

Ich selbst hatte mich für eine schwarze Gewandung und einen roten Umhang entschieden. Als die Sonne im Zenit stand, ritt ich mit meinen Begleitern voran. Die Maske verbarg meine angespannte Miene. Links Klapperte das Schwert meines Vaters gegen meine Beinschienen. Hinter mir marschierte die Wacht mit ihren, Weibern. Mit einem Schwert um die Hüfte und die Schippe über der rechten Achsel. Nach ihnen folgten die Teilnehmer des Dings. Fursten und Hauptmänner edel gewandet und mit erhobenen Haupt. Die eigentliche Zeremonie fand auf dem Feld vor dem Selihof statt. Dort tummelten sich die Zuschauer und ein kleines Holzpodest wurde errichtet. Wer sich noch nicht dorthin begeben hatte, schloss sich spätestens jetzt dem Tross an. Wir zogen auf den Platz. Mein geliebten Bîsa gab ich einem Unfreien in die Hand, der ihn umgehend versorgte. Ich selbst stellte mich auf mein Podest. Aufrecht, ruhig die Kapuze im Gesicht und vom Umhang eingehüllt.

Meine Faust erhob sich, und die Männer sorgten für ruhe, für ruhe die dem Moment würdig war. Die Männer des Dings stellten sich vor mir in eine Reihe. Was hier so einfach aussah, war hingegen germanische Politik in seiner ganzen Komplexität. Das Wort Kunig war schön und es mochte gut sein, doch es bedeutete nichts. Denn der Boden des Vaterlandes gehörte denn Sippen. Die Sippen huldigten die Ahnen und horchten auf ihr Sippenhaupt. Hier und da fasten sich mehrere Sippen in Siedlungen zusammen oder Gebiete. Dort entscheiden sie sich dann für einen Hauptmann, der für die Gemeinschaft sprach. Banden sich wiederum mehrere Hauptmänner zusammen so bildeten Sie ein Gau und bestimmten einen Furst der für den Gau sprach. Die Fursten bildeten letztendlich zusammen das Reich und wählten hier und heute wohl wiederum einen gemeinsamen Sprecher.

Die Blutschwüre, die gesprochen wurden, waren stark. Stärker als der tot und nur Sie und nicht irgendwelche Papierstücke bildeten meine zukünftige Macht. Ich wusste nicht von allen und jedem zu welchem Gau und welcher Sippe er gehörte. Vor allem weil es kein Fest gemeißeltes Konzept war, sondern sich je nach Streitigkeiten der Sippen änderte. Als die Schlange Stand ging es los.

Der erste Vertreter trat vor mich, kniete nieder und rammte dabei sein Schwert in den Boden.

„Mein Kunig, ich Gerwin, Sohn von Gerwin dem Alten Thorbrands Sohn und Ferun, Tochter des Ottokar, Herr des Dunkelhags. Ich schwöre beim Blut der Ahnen, das meine Sippe und die Sippen des Dunkelhags für derer ich spreche, furchtlos und treu dir mein Kunig für Vaterland, für die Sippe, Ahnen und Götter unsere Klinge, unser Blut beistehen. So war ich hier knie.“ Ich nickte wohlwollend und erwiderte meinen Part. „Erhebe dich Furst des Dunkelhags, Gerwin Sohn von Gerwin dem Alten und Ferun. Eure Klingen werden mir gut dienen für Ahnen, Blut und Vaterland. Bei Abnobna.“ Damit erkannte ich die Sippe und seinen Rang an. Er erhob sich, ich nickte ihm zu und das Schwert blieb im Boden. Es war der symbolische Tribut der Sippe an mich.

Der Prozess zog sich in die Länge. Furst für Furst, Hauptmann für Hauptmann. Die Schwerter sammelten sich. Manche Sippen entsandten für die Zeremonie wunderschöne Schwerter, extra geschmiedet oder ein Wertvoller erbeutete Schatz. Andere Sippen und vor allem die nicht so wohlhabenden hatten ganz einfache Schwerter entsandt wohl auch mit dem Wissen, das sie nur meine Hallen zieren werden. Aber keiner wagte es, mir nicht die Treue zu schwören. Es wäre auch nicht klug, denn wer mir die Treue nicht schwor, der erklärte mir den Krieg. Die ersten Meckerer unter den Zuschauern begingen mit der Abreise weil sie glaubten, dass der neue Kunig so wenig etwas anders machte als die anderen zuvor. Andere gingen nach Hause, weil genau dieser glaube, sie zufriedenstellte.

Doch sie werden falsch liegen und der Beweis wurde noch heute erbracht.

Die Schlange war abgearbeitet und nun blieben 4 Vertreter übrig. Es sollten nun die 3 Herrkunige mir die Treue schwören. Wobei hier ein Unterschied zum restlichen Prozedere existierte denn der Herrkunig war anders als der Titel im restlichen Germanien von den Markomannen als ein zigstes echtes germanisches Amt eingeführt worden, wenn man das so Formulieren konnte. Sie waren Vertreter des Kunigs im Reich und sicherten die Grenzen. Das galt für Norden, Osten und Süden. Wir vom Waldvolk kannten diese Form der Organisation nicht, und als Frieden herrschte, wurde der Westliche Heerkunig abgeschafft und der Kunig übernahm selbst dieses Amt. Es trat nun der Heerkunig des Nordens vor. Rammte ein schönes Schwert in den Boden und kniete nieder. Dabei nahm er eine Halskette in seine Hand.

„Mein Kunig, gesandter Abnobnas, hier Knie ich Raimund Sohn des Nantwig Ibos Sohn und Gerhild Tochter von Konrad. Ich schwöre bei meinem Blut und meinen Ahnen. Ich schwöre bei Abnobna das Ich und meine Sippe alles Tun werden, um dir und dem Vaterland furchtlos und treu zu dienen. Ich werde meine Aufgaben erfüllen, die du für mich ersinnst und meine Klingen und die Klingen meiner Sippe werden dir ewig dienen. Bei Abnobna.“ Ich war entzückt und verwundert zugleich. Nicht nur das er vom eigentlichen Schwur abwich, nein er war förmlich ein Fanatiker, der an meinen Lippen hängen würde wie kein Zweiter. Und ich werde wissen, wie man so einen Anhänger führen muss. Wie man ein solches Schwert verwenden konnte. Es war fantastisch. „Erhebe dich Heerkunig des Nordens, Raimund Sohn von Nantwig und Gerhild. Deine Klinge und die Klinge deiner Sippe wird mir gute Dienste leisten. Die Ahnen und Abnobna werden stolz auf dich und die deinen Sein.“ Dankend erhob sich Raimund und hängte abschließend die Halskette, die er nun in den Händen hielt um das in den Boden gerammte Schwert.

Nun kam der Osten dran. Ein etwas kräftiger kleiner Glatzkopf rammte ein recht einfaches Schwert in den Boden und kniete nieder. „Mein Kunig, ich Arne Sohn von Arne Arnes Sohn und Hallgard, Tochter des Sintbert. Ich schwöre beim Blut der Ahnen, das meine Sippe und die für die ich spreche, furchtlos und treu dir mit unseren Klingen und unserem Blut beistehen werden. So war ich hier knie.“ Arne war kurz angebunden und hielt sich an den normalen Schwur. Ich musste ihn im Auge behalten denn ich brauchte im Osten jemanden, auf den ich mich verlassen konnte. „Erhebe dich Heerkunig des Ostens, Arne Sohn von Arne und Hallgard. Deine Klinge und Klingen für derer du sprichst werden uns im Osten für das Land gute Dienste leisten.“ Der kleine Arne lief davon und mein Widersacher trat vor.

Nun galt es genau aufzupassen den er konnte alles mit nur einem Satz zunichtemachen. Wie viele würden ihm folgen, wenn er sich beschloss, das Reich in den Krieg zu stürzen? Doch würde er das wirklich tun, war ihm doch das Land besonders wichtig und er wusste wie wichtig es war das, wir von Feinden umzingelt, zusammenstanden. Er rammte ein Schwert in den Boden und kniete nieder. Doch sein Blick war voller misstrauen. Er blickte zu mir und in seiner Stimme schwang alles mit, während er seine Worte hinaus presste. „Mein Kunig. Ich Baromar, Sohn von Sven, Herr der Eisenfeste Egberts Sohn, und Baltrun Tochter des Eberhard, Herr der Rabenfelsen. Ich Sohn der Markomannen, knie hier vor dir und biete dir meine Klinge und die Klingen meiner Sippe und derer für die ich spreche. Sollen sie den Zweck erfüllen, den die Götter vorgesehen haben. Sollen sie die Herzen unserer Feinde durchbohren und das Reich einen. Auf das wir erstarkt aus den Schlachten gehen die wir sie führen. Das schwöre ich.“ Er hatte sich also für das Geeinte reich entschieden. Doch das Schicksal lag bei mir, ich konnte ihn als Heerkunig bestätigen oder ihn als Widersacher beseitigen. Doch auch wenn wir uns nicht mochten, er war stark und besaß die Treue seiner Gefolgsleute. Er würde noch von Großem nutzen sein. „Erhebe dich Heerkunig des Südens, Baromar Sohn von Sven und Baltrun. Du wirst dein Schwur nicht bereuen und unsere Feinde werden Weinen, wenn sie an den heutigen Tag denken.“ Baromar erhob sich und nickte mir nur knapp zu. Dann kam Artur an die Reihe. Die meisten Zuschauer waren bereits gegangen oder gingen jetzt. Da sie glaubten, dass es bei diesem Schwur nun nur darum ging, dass ich mich für seine Treue bedankte und ihn, als meinen Nachfolger als Anführer der Wölfe benannte.

Artur kniete nieder und bot mir auf beiden Händen sein Schwert dar. „Mein Kunig, hier Knie ich, Artur Sohn von Wiborg und Dietgund, und schwöre dir bei meinen Ahnen, dass ich dir dienen werde. Furchtlos und treu, meine Klinge und Blut für dich.“ Ich stieg von meinem Podest und ging auf meinen Freund zu. Dann nahm ich sein Schwert und führte seine Hände zum Schwertschaft. Artur war verwundert, doch wehrte sich nicht. Ich nahm seine Hände, die sein Schwert umklammerten, und rammte mit ihm es in den Boden. Verwundert sah er mich an und die Zuschauer menge wurde erstaunlich ruhig. Dann sprach ich die Worte aus, die meine erste größere Änderung im Reich betraf. „Erhebe dich Heerkunig des Westens, Artur Sohn von Wiborg und Dietgrund. Furst der verlorenen Westlande, auf das du mich würdig vertrittst und dienen wirst.“ Ich verzichtete als erster Kunig auf ein festes Gebiet und hatte damit das gesamte Reich aufgeteilt. Was das bedeutete, würde sich noch zeigen. Auch mussten erst noch festgelegt werden was die verlorenen Westlande waren. Und ich schaffte eine weitere Tatsache. Artur war der erste Furst, der von einem Kunig ernannt wurde und nicht von einer Sippe bestimmt.

Dann nahm ich mein eigenes Schwert und rammte es in den Boden, um dann selbst niederzuknien. „Ich Kunig ala Mannen werde diesem Volk, den Sippen und Ahnen dienen. Meine Klinge und Blut und die Klingen und das Blut derer die mir die Treue schwören werden dem Reich dienen. Wir werden zu alten und neuen Glanz kehren auf das unsere Feinde vernichtet werden. Im Namen Abnobnas.“

……Ich wollte mich damals meinem Schicksal fügen, ich hatte es akzeptiert und ich war bereit über Leichen zu gehen. Irgendwann, wandelt sich nämlich Freude in Trauer, Glück in Schmerz und alles, was bleibt, ist Hoffnung. Und diese Hoffnung an diesen Tagen war die Grundlage meines Erbes, ich konnte noch nicht das Ausmaß erkennen, von dem was ich damals tat. Ich konnte nicht wissen, dass bereits nach meinem tot alles Zerbrechen würde und ich konnte nicht wissen, dass was ich schuf, dinge in Gang setzte, die alles Verändern würden, wenn wir alle schon lange nicht mehr lebten.

Abb. 1: CC0 by reetdachfan from pixabay.com
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